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Vegetarismus. #veggie

Letzten Monat flatterte das aktuelle greenpeace magazin ins Haus. Thema ist unser Verhältnis zu Tieren, das paradoxer nicht sein kann. Daher schreibe ich heute an diesem Artikel über unseren Vegetarismus und das veggie-Sein.

Vegetarismus als Antwort auf etwas Schräges

Delfine und Pferde werden zu therapeutischen Angestellten, Hunde retten uns in den Bergen das Leben oder kommen Entführern und vermissten Personen auf die Spur. Schnecken verbanne ich aus meinem Garten (Na ja, aus meinen zwei Blumenkübeln, in denen ich versuche zwei ZucchiniPflänzchen irgendwie groß zu kriegen.) Rinder werden lebend an Haken gehievt, um auszbluten, Katzen dürfen auf unseren Terassen ein Leben der Ruhe und Entspannung genießen. Schweine stopfen wir mit Antibiotika voll, damit sie in der Enge der Tierfabriken nicht zu schnell dahinvegetieren, Bremsen haben in unseren Augen keine DaseinsBerechtigung, Bären, Biber und Hamster, Dagobert und Mickey Maus unterhalten unsere Kinder oder veranschaulichen hochkomplexe pädagogische Inhalte. Regenwürmer finden wir eklig, Schnecken mit Häuschen rette ich. Im Zoo karren wir exotische Tiere zusammen, damit unsere Kinder in ihrer Bildung gefördert werden und ein “gesundes” Verhältnis und Sozialverhalten zu Tieren aufbauen…

Weil alles das os ist, haben wir uns für unseren Vegetarismus entschieden. Wie kann ich das eine Tier essen, das andere streicheln? Wie kann ich das eine Tier in der Massentierhaltung mästen, quälen und zugrunde richten und das andere romantisch bei mir Zuhause streicheln und umsorgen?

Massentierhaltung entsteht durch “nicht” entscheiden

Entschuldigt die mitunter gefärbten Beispiele, doch mein derzeitiges Inneres ist auf den Kopf gestellt. Ich bin schockiert, über das, was wir mit der Massentierhaltung haben entstehen lassen. Jeder von uns. Denn keine bewusste Entscheidung zu treffen, ist auch eine Entscheidung. Da stellt sich dann bei mir die Scham ein. Ich schäme mich, wie ich ein solches Verhalten durch den Griff in meinen Geldbeutel nur zulassen konnte. Die Scham ist so groß, dass ich am Liebsten alles stehen und liegen lassen würde, um ein Heim für Tiere aufzubauen. (Kennt ihr noch die Serie von damals? Fällt mir gerade so ein.) Dann kommt also der Idealismus, abgelöst durch die schnelle Resignation, “wie sag ich’s meinen Eltern”? Essen ist scheinbar nicht durch Vernunftsentscheidungen bestimmt, sondern Kultur, Tradition und Gemeinschaft. Da kommt mir dann die nächste anstehende große Feierlichkeit in den Sinn. Vor zwei Wochen war noch der Plan zu grillen. Würstchen. Für auf die Hand. Das geht jetzt nicht mehr. Ich will das nicht.

Bücher, die mich einen Veggie werden lassen

Ja, ich habe ein Buch zum Thema gelesen. (Rezension folgt) Alles fing damals mit den Essensfälschern von Thilo Bode an. Damals entdeckte ich schon das Buch “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer. Irgendwie hab ich es dann wieder vergessen, bis der Titel des Buches bei zwei Bloggern erneut auftauchte, bei denen ich wirklich gerne mitlese. Danke Apfelmädchen und sadfsh! Jetzt hab ich es durch. Und die Entscheidung steht: Fleisch? Nein. Für mich nicht. Seit Anfang des Jahres ernähre ich mich schon weitestgehend vegetarisch, ab und an ein bisschen vegan. Weitestgehend und ab und an, weil ich aufgrund von B12 und den Äußerungen meiner Umwelt immer mal meinte, “Ich muss ja gesund bleiben. Und meine Kerle auch.” Allerdings hab ich mich nie gut damit gefühlt. Jetzt muss ich diese offenen Gesundheitsfragen für mich und unsere Familie klären. Doch Massentierhaltung ist einfach keine Option. Vom Metzger geschlachtetes Tier auch nicht, denn ich bin nicht am Verhungern. Natürlich, ich habe Eckzähne. Tiere sind allerdings nicht meine einzige Nahrungsquelle für eine “reiche Mitteleuropäerin”. So, that’s the way.

1000 Gründe dagegen, kein Grund dafür

Es gibt zig Gründe, die gegen Massentierhaltung sprechen und keinen einzigen, dafür. Außer der Profit der entsprechenden Konzerne. Das Thema ist geballt, vielleicht polarisierend, emotional geladen, vor allem bedeutsam. Ich werde meine Gedanken dazu bestimmt nicht in einem Artikel zusammenfassen können. Es geht um Essen, es geht um Tiere. Ich liebe beides und will einfach eine für mich bewusste Haltung dazu entwickeln.

Daher gibt’s in den kommenden Wochen wohl häufiger nochmal zum Thema Essen einen Artikel. Zum vegetarischen Essen. Zum Vegetarismus und vielleicht auch Veganismus. Für euch zur Vorwarnung.

Gibt es Vegetarier oder Veganer unter euch? Ich glaube, die Frage gab es schon mal und nur wenige haben sich “geoutet”. Wie ist eure Geschichte? Kurz oder lang?

 

Dich hat dieser Artikel interessiert? Vielleicht bist du auf der Suche nach ausgefallenen, veganen und vor allem einfachen Rezepten? Dann schau dir diese Kochbuchempfehlung an.

Oder hier ein Einblick, wie wir als Familie das Projekt “Vegan” umgesetzt haben.

Auch Interviews gibt es bei MamaDenkt immer mal wieder. Hier ein Interview mit Jumana Mattukat, die sich auch mit “vegan sein” als Familie auseinandergesetzt hat.

Viel Spaß beim Lesen!

47 Kommentare

  1. Nina sagt

    Hi Rage, ich bin – wie du denke ich weisst – Veganerin und meine Familie lebt vegetarisch. Zwei kleine Mädchen und ein Babyjunge, ein erwachsener Mann. Wir essen keine Tiere, weil die auch ein schönes Leben haben wollen. Bislang finden das alle in der Familie prima, bislang ist das auch für die Kinder super umsetzbar. Beim Kindergeburtstag gibt es dann eben Fake – Würstchen und daheim auch öfters mal Fleischalternativen. Vegan will hier ausser mir keiner, die Kinder lieben Spiegeleier, die kaufe ich dann in Bioqualität, für’s Gewissen. Ich habe auch das Buch “Tiere essen” gelesen und anschließend dann alles umgeschmissen, mein Mann wurde auch anschließend Vegetarier. Besonders er kriegt schon viele blöde Sprüche ab. Anscheinend ist ein Mann, der kein Fleisch isst, nur ein halber Mann. Zum Glück ist er ganz Mann und ihn stört das nicht ;-)
    Wenn wir hier auf dem Land spazieren gehen und kommen an Schafen, Hühnern und Kühen vorbei sage ich meinen Mädchen schon, dass die Tiere glücklich aussehen und Gefühle haben, dass sie aber irgendwann sterben müssen, weil sie gegessen werden und dass ich froh bin, dass wir sie nicht essen.
    Meine Kinder sind 4 und 2 Jahre alt (Babychen 4 Monate) und für sie ist es ganz normal so. Sie waren noch nie in einer Metzgerei und noch nie an einer Wursttheke. Sie sind nicht sozial isoliert, sondern auch bei Oma und Opa, die essen Fleisch, aber geben den Mädels keins.
    Tiere sind unsere Freunde :-)
    Alles Liebe von Nina

    • Wie ist das für dich mit den Kleinen? Machst du dir Gedanken bzgl ihrer NährstoffVersorgung, wenn sie sich vegetarisch ernähren? B12, Eisen, Zink, Eiweiß? Hast du einen guten BuchTipp? Bei mir kann ich das ja regelmäßig kontrollieren lassen. Aber meine Kerle wären bestimmt nicht erpicht darauf sich einmal jährlich Blut abnehmen zu lassen oder sowas.

      Das mit den Männern… Komische Sache. Ich als Vegetarierin wurde bislang nicht zu überreden versucht ein SpießbratenBrötchen beim Metzger zu kaufen… Mann schon. Das ist seltsam…

      • Nina sagt

        Hi Rage, nein, ich kann dir kein Buch empfehlen. Leider oder Gott sei Dank.
        Für mich ist es natürlich, dass die Zwerge kein Fleisch essen, ich mache mir um ihre Versorgung keine Sorgen. B12: Das hier gibts unregelmäßig. Ist lustug und macht ne rote Zunge und daher schon Spaß http://www.amazon.de/Pure-Advantage-Fl%C3%BCssige-Vitamin-B12/dp/B0014JOBXS/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1373540440&sr=8-1&keywords=b12+spray
        Für die Eisenversorgung gibt es oft Hirse. Die lieben sie, entweder als warme Hauptspeise oder als Snack (Hirsebällchen). Eiweiss braucht man viel weniger, als immer angenommen wird, ausserdem isst die mittlere gern Joghurt und die große gern Soja . oder Seitanprodukte. Zink? Kein Problem, sie essen ja Eier und Linsen und Mais.
        Was ich aber tatsächlich am allerwichtigsten finde: Sie sehen und erleben jeden einzelnen Tag, wie wir Eltern uns gesund ernähren. Sie sehen, wie wir Salat essen – auch wenn sie den im Moment noch nicht mögen. Sie sehen, wie wir jeden Tag eine Paranuss futtern für die Selenversorgung, auch wenn sie die nicht mögen. So werden Grundsteine gelegt, hoffe und denke ich.
        Mein Kinderarzt hat grünes Licht für die vegetarische Ernährung bei Kindern gegeben, und der ist wirklich kein “Öko”, sondern eher schulmedizinisch. Außerdem gibt es inzwischen sooo viele Studien, die die gesundheitlichen Risiken von Fleischkonsum belegen – das kann ich meinen Kindern nicht guten Gewissens zu essen geben.
        Alles Liebe: Nina

  2. maybee sagt

    <- Pragmatischer Vegetarier.
    Will heißen: Wenn ich beim Containern Fleisch finde (sehr selten) oder mal was im Restaurant liegen bleibt (das würde ja auch Müll werden), wandert das durchaus auf den Esstisch.
    Das Argument, die armen Tiere zählt hier nicht mehr. Sind schon tot. Haben schon gelitten. Verbessere ich deren Leid, wenn ich aus Dogma das Fleisch nicht esse? Ich sehe nicht wie.
    Die Ökobilanz wird auch nicht mehr besser, sondern noch schlechter, wenn das Fleisch in den Müll wandert. Da vergammelt es dann vor sich hin und führt je nach dem zu mehr oder weniger nutzlosen Treibhausgasen.

    Fleisch kaufen (egal ob normal oder öko) gibt es bei mir nicht. Auch grüble ich ab und an, ob ich mit dem obigen Verhalten im Restaurant nicht doch irgendwie mittelbar den Fleischkonsum anderer Leute einfacher mache, wenn die wissen, dass nix übrig bleibt wenn ich mitgeh :(.

    Dazu kommt, dass wir relativ viel vegan kochen (würde sagen so 40% des warmen Essens ist Vegan; das ist für Deutschland schon krass abnormal ;)) und ich meine nicht vegetarische bessere Hälfte durch meine Ernährung nicht öfter als 2-4 mal im Monat Fleisch isst.
    Alles was ich an Milchprodukten habe kommt aus Ökolandbau. Die Viecher bekommen also insbesondere kein Soja aus Ex-Regenwaldgebieten, sondern Gras von vor ihren Füßen und Heu und Silage, wie halt seit ewigen Zeiten. Keine Medikamente, sondern ein Gesundes Milchkuhleben auf der Weide.

    @Nina
    Die blöden Sprüche kenne ich. Darf ich mir auch öfter mal anhören. Ich fang dann an den Leuten ihr Verhalten mal nüchtern vorzuführen (wenn das mal passiert ist halten sich die blöden Sprüche danach heftig in Grenzen, weil die meisten Leute beim Thema Essen argumentativ nur mit billigster Polemik ankommen und keinerlei fundierte Infos haben oder das mal einfach vernünftig durchdacht hätten ;)), das hilft – und is gleichzeitig schöne Psychohygiene xD.

  3. Kürzlich kam ich in den Genuss, jemanden live beim ‘Durchleben’ dieses Buches (Tiere essen) zu beobachten und konnte daher Anteil an dessen Frust, Zorn und Trauer über die dort geschilderten anscheinend katastrophalen Umstände in der Massentierhaltung nehmen. [Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen – aber es ist bereits in meiner Hörbuchwarteschlange abspielbereit auf meinem Handy geparkt.] Einerseits haben mich die Erzählungen schockiert, andererseits aber auch nicht unbedingt überrascht. Ich glaube jeder mit einem bisschen Verstand kann sich vorstellen, wie die Zustände in ‘Tierfabriken’ gemessen an unserem unnatürlich hohen Fleischbedarf/-konsum, sein müssen. Nur dummerweise tut es keiner. Und zu wenige lesen Bücher wie oben erwähnt, die u.U. ja sogar (ärgerlicherweise) einen maßgeblichen Stellungswechsel zum persönlichen Fleischkonsum bewirken könnten.

    Mehr schockiert mich die Tatsache, dass wir oft trotz der uns zugetragenen Berichterstattungen diese geflissentlich ignorieren und uns dennoch über Döner, Sub, Burger oder Bolognese-Pizza freuen können – Ich schließe mich da nicht aus. Was ist das? Gewissenlosigkeit?

    Seit ein paar Tagen bin ich nun trotzdem fleischlos, was mir eigentlich auch nicht besonders schwerfällt. Es gibt genug leckere Alternativen und mein Fleischkonsum ist zuvor auch nicht besonders hoch gewesen. Es ist mehr eine Vernunfts- und Disziplinentscheidung. Dabei geht es tatsächlich in erster Linie darum, Tieren ein ebenso würdiges und friedvolles Leben zu gönnen, wie ich es mir selbst für mich wünsche. Vielleicht reagiert hier mein Gerechtigkeitsempfinden und der Drang danach bewusst und meiner Umwelt gegenüber respektvoll zu leben und zu handeln.

    Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass wir oft viel zu weit von Tieren entfernt sind, viele Haushalte gar keine Nutztiere haben. Würde ich täglich in die Augen unserer Hühne, Schweine, Schafe und Kühe schauen und selbst wenn sich dadurch eine nur sehr oberflächliche Beziehung aufbauen würde, wäre es mir wahrscheinlich unmöglich das Tier zu schlachen und zu essen.

    • maybee sagt

      Meine bessere Hälfte hat angefangen das Buch zu lesen. Das war dann aber erkennbar zu viel der Wahrheit. Inzwischen habe ich gesagt, dass das noch Zeit hat.

      Ich denke es hat keinen Sinn, wenn man Erkenntnis mit Druck von außen verbreitet.
      Das führt zu den Leuten, die aus Gewissensgründen kein Fleisch mehr essen, ohne wirklich dahinter zu stehen. Zu denen, die “auf etwas verzichten”. Die dann doch Fleisch essen wenn keiner hin schaut und sich dann schlecht fühlen.

      Ich denke die Motivation das Thema anzugehen, sollte möglichst von innen kommen. Anders kommt man denke ich potentiell an vielen Toden Punkten vorbei, an denen jemand der das aus “freien” Stücken (jedenfalls von sich ausgehenden ;)) tut einfach vorbei gehen kann.

      Für mich war das zum Beispiel nie Verzicht, kein Fleisch mehr zu essen. Ich habe das fast nie so empfunden. Es war im Gegenteil eine Bereicherung. Beim Kochen (Was es nicht alles tolles gibt, wenn man nicht um Fleisch drum herum kochen muss ;)). Bei der Selbsterkenntnis (Was man nicht alles kann, obwohl alle anderen sagen, das schaffst du nicht oder das ist ungesund). Beim Selbstbewusstsein (Ohne, dass es Ziel der Aktion war isst meine Schwester inzwischen auch kein Fleisch. Ihre Motivation dafür war die Auseinandersetzung mit dem Thema und die entsprechende Erkenntnis die wir hier alle schon haben; Ihre Motivation für die Auseinandersetzung mit dem Thema war mein Essverhalten).

      Das einzige wo es Verzicht war (eine kurze Zeit), waren Gummibärchen *hihi* Sicher nichts, was man erwartet hätte :D Insbesondere ich nicht.

  4. @maybee: Da ich noch nicht containern war, käme diese “Art von Fleisch” nicht für mich in Frage. Dennoch kann ich den Gedanken nachvollziehen. Wenn ich mir das überlege, wäre das der einzige Umstand, dem ich zustimmen könnte. Oder, wenn ich wirklich nichts, GAR NICHTS anderes zu essen finden würde.
    Vielleicht liegt das daran, dass ich genau deswegen überhaupt zum VegetarierSein gekommen bin… Dazu mehr im nächsten Post…
    Danke für deinen Kommentar!

    @manuel: Du konntest beim “Durchleben” beobachten? Beim nächsten Mal dokumentier doch mal. Ist bestimmt spannend eine solche Außenwahrnehmung aufzuzeichnen.
    Die Tatsache, dass wir diese Berichterstattungen geflissentlich ignorieren könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass Essen kaum etwas mit Vernunft, sondern viel mehr mit Kultur, Tradition und nicht zuletzt “Gemeinschaft” zu tun hat. Gemienschaft mit den Mitmenschen, weniger mit dem Fleischgewordenen Tier vor einem auf den Tellern. … Oder?
    Wird es dann bald Nutztiere geben? Eigene Hühner vielleicht? Oder ein Hausschwein?
    Danke für deine letzten Kommentare!! Und deine erweiternde Sicht der Dinge.

  5. Hallo Rage,
    wenn wir grillen, mir wird von Anderen Fleisch angeboten, esse ich es. Hab ich extrem Lust drauf im Laden, kauf ich mir was. So alle 6 Wochen. Vielleicht braucht mein Körper das dann auch. Vegan? Utopisch. Kein Magnum Mandel kaufen? Ich sterbe. Nach Rohkost bin ich dagegen süchtig. Vegan scheitert auch an meinen Kochkünsten. Das Soja-Hack”fleisch” gestern – wem schmeckt das? Riecht nach Cornflakes. Schmeckt nach Pappe. Dann lieber Tomatensoße pur. Auf Eier kann ich gut verzichten. Bei Schafskäse wird’s schon schwieriger ;) Auf Milchprodukte verzichten will ich nicht.

  6. Prot sagt

    Vitamin B 12 auch Cobalmin genannt, wird von Bakterien und Mikroorganismen produziert. Das heißt, es haftet der Nahrung an bzw. entsteht bei fermentativer Veränderung oder Gärprozessen. Man sagt auch bestimmten Pflanzen den Gehalt von Vitamin B12 nach. Sicher ist jedoch, daß es von Bakterien und anderen Mikroorganismen erzeugt wird.
    Was letztlich nichts anders heißt das es sich zu einem in Gärgemüse befindet. Aber es kommt noch besser ;) Der Mensch braucht es von außen nicht! Er produziert es im Körper selbst.
    Aber es wird kein Tag vergehen an dem die Industrie der Massentierhaltung nicht an ihren letzten Retter hängt, und die “EX-perten” der DGE nicht in das alte rettet die Fleisch Industrie Horn B12 bläst. Also kannst du in aller Ruhe ein Veggie sein und auch deine Familie. Oder du glaubst den Spitzbuben die was anderes erzählen.

    • Nikuscha sagt

      Wo genau hast Du denn die Info dazu gefunden, dass wir B12 selber bilden können? Leider war alles, was ich dazu finden konnte nur, dass B12 in sehr geringen Maßen gebraucht wird und zusätzlich auch noch in der Leber gespeichert wird (d.h. wenn man einen Teil seines Lebens Fleisch gegessen hat, dann hat man einiges an Vorrat für die erste Zeit ohne tierische Produkte)
      Im Übrigen ist B12 für Vegetarier auch kein Thema, denn es ist in allen tierischen Produkten enthalten.

    • maybee sagt

      Dass b12 selbst gebildet werden kann ist Bullshit. Das behaupten irgendwelche Leute einfach in den Raum hinein. Wissenschaftliche belege dafür gibt es nach meinem Kenntnisstand genau keine. Die Empirik legt im Gegenteil sehr nahe, dass wir das über Nahrung aufnehmen müssen.

      Bei Nahrungsergänzungsmitteln muss man darauf achten, dass es eine bestimmte (untechnisch!) Form hat, da nur sehr wenige Formen von B12 gut augenommen werden. Auch bei zugesetzter Sojamilch etc. ist oft die Variante drin, bei der das weniger gut funktioniert.

      Bis jemand mal eine empirische Studie vorlegt, wonach sich Menschen ohne b12 Ergänzung vegan über mehr als 4 Jahre ernährt haben, ist die Behauptung, dass das ohne Mangelerscheinungen ginge oder sogar selbst produziert werden könne ohne irgendeine Quellenangabe schlicht gefährlicher Bullshit.

      “Bakterien und Mikroorganismen produziert. ”
      Mengenangaben wären dann noch nützlich :D
      Bakterien und Mikroorganismen – da gibt es so wenig, gut dass einem sofort einfällt, welche da jetzt gemeint sind ;)
      Quellenangaben für sowas werden wahnsinnig überbewertet. Wer braucht schon wissenschaftliche Erkenntnisse. Ohne Nachprüfbarkeit ist das mit den Behauptungen in den Raum stellen viel lustiger.

      “Er produziert [b12] im Körper selbst.”
      Wie wäre es mal mit einer Quellenangabe?

      ” die “EX-perten” der DGE nicht in das alte rettet die Fleisch Industrie Horn B12 bläst”
      Mit so einer billigen Polemik, wie du sie da lieferst, wirst du die sicher (und zu Recht) nicht los. Etwas Substanz wäre bei dem Thema durchaus angebracht.

      • Tordis sagt

        Unsere näheren Verwandten, die Menschenaffen, sind keineswegs strenge Veganer, wie immer behauptet wird. Chimpansen essen mit Begeisterung Insekten und sogar Gorillas essen mit ihren Blättern immer ein paar Insekten mit. Ohne Insekten kämen die nämlich nicht an Vitamin B12.
        Wir Menschen haben es leicht, wir können einfach Tropfen nehmen.
        Zu behaupten, B12 wär in Sauerkraut drinnen und man bräuchte daher keine Tabletten als Veganer, halte ich für fahrlässige Körperverletzung. Man weiß nicht, ob das B12 da drin überhaupt vom Körper aufgenommen wird und es hat einen Grund, warum in den veg-1 Tabletten (Nahrungsergänzungsmittel speziell für Veganer) 1000% der Tagesdosis an B12 drin ist – der Körper nimmt einfach nicht so viel auf einmal auf.

        Ich bin seit längerer Zeit Vegetarierin (mit 2 Jahren Unterbrechung, husthust) und esse zu 70% vegan. Ich will es pragmatisch halten, denn erstens ist es unterwegs schwer mit Sojaallergie und zweitens will ich nicht von Eltern/Verwandten/Schwiegereltern verlangen, vegan zu kochen (vegetarisch dagegen ist ja kein Problem) . Und drittens:

        Ob es gesund ist oder nicht, weiß ich nicht. Die Inder zeigen uns, dass es über Generationen hinweg ohne Fleisch geht, die Chinesen beweisen, dass Milch nicht lebenswichtig ist. Gibt sicher auch Kulturen, wo keine Eier gegessen werden. Aber ich kenne keine Kultur, die über mehrere Kulturen vegan lebt. Es gibt auf Dauer einfach keine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen, besonders das Vitamin B12 ist ein großes Problem.
        Da Nährstoffe aber mehr sind als nur ein paar isolierte Vitamine, wir viel nicht wissen über ihr Zusammenspiel, bin ich da einfach mal vorsichtig und esse daher selten auch Eier und Käse.
        Ich hab mich eine Zeitlang durch Informationen zu verschiedenen Ernährungsweisen gelesen (vegan, Paleo, roh) und finde es sehr schade und problematisch, dass das ein so ideolgisches Thema ist. Quasireligiös ist die eigene Ernährungsweise die beste und natürlichste, wissenschaftliche Erkenntnisse werden zu den eigenen Gunsten ausgelegt, Argumente sind oft ein abstruses Flickwerk.

        Es gibt eine Seite im Netz, die sich kritisch damit auseinandersetzt (beyond veg), da wird auch von veganen Kindern mit Gedeihstörungen erzählt. Bevor du jetzt nervös wirst, rage, lies es dir sehr aufmerksam durch, denn auf der Seite wird oft nicht gesagt, ob es sich um roh-vegan handelt und ob B12 supplementiert wird! Daher auch mit Vorsicht zu genießen.

        Ich habe selbst mit moderatem Fleischverzehr und viel Bio-Schafjoghurt eine B12-Unterversorgung gehabt. Eisen brauch ich zwei Mal im Jahr intravenös, weil ich das scheinbar so fleißig rausblute – so viel Steak könnt ich gar nicht essen.

        Sehr kompliziertes Thema.
        Meine persönliche Lösung heißt jedoch Pragmatismus. Man muss nicht immer alles so religiös und vollständig durchziehen, jeder kleinste Schritt ist gut. Es ist gut, wenn es Veganer gibt, die alles so richtig durchziehen in jeder Lebenslage, denn sie zeigen den Weg und dass es auch 100% machbar ist. Aber es macht nichts, wenn man es selber nur zu 10, 50, 90% macht, es darf ja nicht zum Krampf werden :)

        • Elisabeth sagt

          Spannende Diskussion. Und so eine bereichernde Meinungsvielfalt!
          Wir leben seit 1,5 bzw. 2 Jahren zu 80 – 90% vegan. Wir – das sind wir Eltern Anfang 40 und zwei Kinder, 11 und 12. Auslöser waren eindeutig gesundheitliche Gründe, vor allem Unverträglichkeiten bei mir und den Kindern. Später kam der Tierschutz, Umweltschutz dazu. Wir essen seither viel leckerer.
          Mein Mann hat den gesundheitlichen Nutzen schwarz auf weiß vom Arzt; er hatte schon als Teenie bedenklich hohe Werte von Cholesterin und Blutdruck, obwohl er sehr schlank ist. Diese sind jetzt normal!!
          Ich hatte die Ernährung erst (in kleinen Schritten) umgestellt, als ich genug verlässliche Infos bzgl. veganer Ernährung für Kinder hatte, u.a. vom PCRM (Physicians Committee for Responsible Medicine), z.b. hier:
          http://www.pcrm.org/health/diets/vegdiets/vegetarian-diets-for-children-right-from-the-start und http://www.pcrm.org/health/diets/vegdiets/vegetarian-diets-advantages-for-children und http://www.pcrm.org/health/diets/vegdiets/healthy-snacks-for-kids.

          Die Kompromisse sind bei uns v.a. Omas Pickert und eine ganze Reihe Supplemente, die wir derzeit noch brauchen. Leider kann ich da die Gelatine-Kapseln nicht immer meiden.

          Aber auch, um bald ohne diese auszukommen, interessiere ich mich momentan für “Grüne Smoothies, denn wir kriegen leider nur wenig Gemüse runter, am ehesten gegart. Aber im grünen Gemüse sind sehr viele Vitalstoffe enthalten.

          Zum Thema Menschenaffen: Im Buch Green for Life von Victoria Boutenko findet man in der Buchvorschau bei amazon ganz am Ende Diagramme über die Ernährung dieser Tiere. Daraus geht hervor, dass sie einen kleinen Teil Insekten u.ä. fressen.
          Naja, werd’ ich nicht tun :). Aber vielleicht werde ich nicht immer jeden Wurm im Apfel rechtzeitig bemerken, bevor ich ihn zum Smoothie verarbeite ;), und im Blumenkohl könnte sich was verstecken. Dazu kommen die Eier in Omas Pickert. Das dürfte reichen.
          Im übrigen essen wir gerne selbst gemachten Joghurt und etwas vergorenes Gemüse. Bei diesen Probiotischen Bakterien habe ich keine ethischen Bedenken ;).

          Gute Gesundheit euch allen!

  7. rage sagt

    Oh ja! Das Thema ist und scheint sehr aufgeladen. Nicht nur in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis. Wo fang ich an. Zunächst: Jonathan Safran Foer verwendet in seinem Buch auch das Wort Bullshit. Irgendwie bekommt es im Rahmen dieser Thematik eine ganz neue Konnotation, findet ihr nicht? – Aber egal. Egal wie aufgeladen das Thema ist, bitte lasst uns versuchen freundlich und sachlich zu bleiben. (Ich meine “im-Internet-erkennbar” sachlich und freundlich.)

    @Nina: Ich bewundere dich für deine Gelassenheit im Hinblick auf die Kurzen. Und dein Vertrauen. Ich hätte das auch gerne, aber noch bin ich auf der Suche nach meinem/unseren Ding/Weg.

    @Prot: Dass wir B12 selber produzieren habe ich auch schon in der Literatur gelesen. Allerdings immer mit der Einschränkung und dem deutlichen Hinweis, dass wir es erst am Ende des VerdauungsProzesses bilden und es damit gleich wieder ausgeschieden wird. Wir haben also nicht wirklich was davon.

    @Nikuscha: Ist das Thema B12 wirklich für Vegetarier kein Thema? Jetzt bitte nicht lachen, aber meine NaturFriseuse meinte auf meine Frage, warum ich denn gerade so Haarausfall hätte, dass mir Eisen oder B12 fehlen könnten. Ob ich Fleisch verzehren würde? Damals habe ich noch einmal die Woche Fleisch gegessen…

    @maybee und @Tordis: Danke, dass ihr dieses dummerweise tatsächlich sehr ideologische Thema mit euren gesammelten Infos, Erfahrungen und Einschätzungen füttert.

    Ich glaube, ich werde meine Werte beim nächsten ArztBesuch mal untersuchen lassen. Die Kerle dürfen essen, was sie wollen. Auch wenn es hier nur noch vegetarisch gibt. Einem meiner Artikel vorweggreifend: Für mich hat das Thema viel mit meinem Glauben zu tun. Ich habe eine Beziehung zu Gott und frage mich die vergangenen Wochen und Monate sehr häufig, wie er sich das gedacht hat. Seltsamerweise komme ich immer wieder zu zwei Feststellungen: Ihm sind andere Dinge sehr viel wichtiger, als was auf meinem Teller an Speisen landet. Aber: Es ist ihm nicht egal, wie wir mit unserer Umwelt umgehen, wie wir Tiere behandeln. Tierfabriken waren mit Sicherheit nicht in seinem Bauplan vorgesehen. Mit Verantwortung und Menschlichkeit hat das auch nichts mehr zu tun, was wir da veranstalten. Daher sind wir tatsächlich zum VegetarierHaushalt geworden. Aber vegan? Ich untersuche noch, wie das mit den eigenen Hühnern werden könnte. Wenn sie doch sowieso Eier legen, ohne meinen Druck, kann ich mir aus ethischen Gründen den Verzehr weiterhin sehr gut vorstellen.

    Bleibt gesund und habt ein tolles Wochenende mit schönen EssGenussMomenten!

  8. Da drängt sich der Wunsch nach einer eierlegenden Wollmilchsau als Haustier geradezu auf. (Ich guck mal wo man die bestellen kann…)

  9. Hier ich. Undogmatische Veganerin mit vegetarisch-veganer Familie (Mann, Tochter 11, Sohn 5, Sohn 1). Ich mache mir auch keine Gedanken um die Nährstoffversorgung der Kinder. Versuche, den Speiseplan ausgewogen und frisch zu gestalten und vorzuleben. Der kleinste wird noch gestillt und bekommt alles, was er braucht, der mittlere wühlt noch genug im Dreck und hats nicht so mit Hygiene, sodass er sicher auch genug B12 über Erde und Zeugs mitbekommt. Die Tochter ist jetzt 11, da lass ich jetzt demnächst zum ersten Mal ein Blutbild machen (Eisen, B12, Zink, D etc). Einfach, weil es mich interessiert. Ich finde es wichtig, die Kinder einfach im Auge zu behalten.
    Ich selbst hatte nach 2 Schwangerschaften und langen Stillzeiten in der letzten Schwangerschaft einen sehr niedrigen B12 Wert. Hab dann supplementiert, um die Speicher aufzufüllen und lutsch jetzt hin und wieder eine hochdosierte B12 Tablette, wenn ich dran denke.

    Zu deiner Frage mit Gott: ich glaube, es ist nicht widernatürlich, Tiere zu essen. Aber wie wir sie behandeln, was daraus geworden ist. Das schon. Das hat nichts mehr mit Achtung vor dem Leben zu tun. Könnte ich selbst töten, vielleicht würde ich dann Fleisch essen? Ich weiss es nicht. So aber verziche ich drauf.

    • maybee sagt

      Ist deine Tochter vegetarisch oder vegan aufgewachsten?
      Ist jedenfalls interessant – meine bessere Hälfte streitet gerade mit mir, wie wir denn unsere zukünftigen ungeplanten Kinder wohl ernähren.
      Hoffe du blogst über das Ergebnis :D

      “Könnte ich selbst töten, vielleicht würde ich dann Fleisch essen?”
      *hihi* Schöner Gedanke. Ich würde da noch was dran hängen: Bevor man tötet, muss man das Tier in freier Wildbahn erst erwischen. Da scheitert es bei viel mehr Leuten glaube ich ^^

      • Das ist doch genau der Punkt, oder? Ich meine, wer von uns ist wirklich noch in der Lage eine Angel anzufertigen und damit Fische an Land zu ziehen, zu töten, auszunehmen und ihr wisst schon, zu essen.
        Bei uns wird die Packung aus dem Kühlregal genommen, ausgepackt, entsorgt und zack in die Pfanne.
        Wer hat schon mal ein Wildschwein erwischt? Mit Sperr? Oder Pfeil und Bogen? Klar, heute gibt’s Jäger und Waffenschein…
        Dennoch stelle ich fest, wir haben uns unglaublich weit entfernt von der Natur. Wir manipulieren rum, meinen immer ein Überangebot von Fleisch jederzeit an jedem Ort in fast jeder Speise zu benötigen. Ich finde einfach, dass da was ganz gehörig in Schieflage geraten ist und mag da nicht mehr mitmachen. Denn nichts machen ist auch irgendwie Komplizenschaft, oder?!?

        • Martin sagt

          Das mit dem “Selber” ist so ne Sache. Diese Überlegung greift nicht. Wer von uns ist in der Lage seinen PC oder MAC auf dem er schreibt selber zu bauen? Wer von uns ist in der Lage das Papier oder den Bleistift mit dem er schreibt selber herzustellen? Wer baut seinen Kühlschrank selber, sein Bett, sein Haus, sein Auto, Fahrrad usw. Das unterscheidet uns vom Tier. Niemand von uns würde ernsthaft leben wie die Steinzeitmenschen. Wir entwickeln und und haben uns entwickelt. Nicht immer nur zum Guten. Aber es ist fakt.
          Was wir machen können, ist eine Ethik anzustreben und uns an einer Ethik auszurichten. Diese ist aber von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Herkunft, Religiöser Hintergrund und Abstammung, Sitte und Denken spielen dabei eine Rolle.
          Sicher sind wir in unserer Überflussgesellschaft in Schieflage geraten – in jedem Bereich. Aber selber die Angel auswerfen? Jeder sein gemüse selber anbauen? Nette Nostalgik und eine nette Freizeitbeschäftigung. Bei 8 Milliarden Menschen weltweit, bei 82 Millionen Menschen in Deutschland, 8 Millionen in der Schweiz, absolut unmöglich. Für ein paar Wenige möglich – für alle? Können wir glattweg vergessen.

  10. Tordis sagt

    Ich bin zwar nicht Nikuscha, antworte aber frecherweise trotzdem:
    Vegetarier haben normalerweise kein Problem mit B12, da es in allen tierischen Produkten vorkommt. Gänzlich ohne, also vegan, kann ohne Supplementierung zum Problem werden.
    Ich denke, dass B12 der wesentliche Punkt ist, warum vegetarische Kulturen gut funktionierenm, vegane scheinbar nicht. Wie gesagt, ich kenne keine Kultur, die sich über längere Zeit, geschweige denn über mehrere Generationen, vegan ernährt hat. Wenn das B12, das Bakterien auf ungewaschenen Karotten oder in Sauerkraut produzieren wirklich aufgenommen wird bzw. ausreicht, dann hätte sich doch schon längst irgendwo eine vegane Kultur entwickelt, ohne Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Insekten. Es gibt noch keine mir bekannten Studien dazu, aber es gibt viele Erfahrungsberichte, die gegen eine “natürliche” B12-Versorgung sprechen.
    Vegan geht ganz offensichtlich erst seit der Erfindung der B12-Tropfen, und selbst da wissen wir nicht, ob es wirklich ein Leben lang funktioniert, weil es noch keine Studien dazu gibt soweit ich weiß.
    Vegetarisch geht grundsätzlich mal ganz ohne Supplemente. Menstruierende, schwangere und stillende Frauen müssen auf ihren Ferritinwert so oder so achtgeben. Alle Nährstoffe gelegentlich/regelmäßig in einem großen Blutbild abzuchecken ist für alle Menschen ratsam, denn auch Omnis können zu wenig B12, D, B2, B6, Folsäure, Eisen, Selen, Zink, … im Körper haben. Ist nicht mal so selten, selbst bei (vermeintlich) ausgewogener Ernährung.
    B12 hat noch dazu das Problem, dass die Schäden irreversibel sind. Deswegen finde ich es wirklich unverantwortlich, zu verbreiten, B12 müsse man nicht supplementieren, das sei eine Verschwörung der Pharmaziefirmen o.ä.. Jeder Erwachsene kann selber das Risiko abwägen und entscheiden, ob er Tabletten nehmen will, aber niemandem soll einseitig informiert bleiben.

    So weit ich weiß hat Schafmilch viel mehr Vitaminzeugs drin als Kuhmilch (auch mehr B12), und Eier haben glaub ich auch recht viel B12. Kann man ja beim nährwertrechner oder so ähnlich im Netz nachschauen.
    Pro Hühnerhaltung (und Schafe?)! Hühner kann man auch als Schmusehühner sozialisieren, passiert bei kleinen Kindern meist ganz automatisch :D
    Hühner legen allerdings nicht “eh von selber” so viele Eier. Von Natur aus würden sie ca. 30 Eier im Jahr legen, hab ich letztens in einem Öko-Magazin gelesen. Hochleistungshühner legen 300 im Jahr. Tut ihnen sicher nicht so gut. Bestimmt hast du sowieso Lust auf eine alte Rasse.

    Was würdest du machen, wenn ein Huhn stirbt? Würdest du es essen (als Suppenhuhn wirds wohl noch taugen), weil du es ja nicht getötet hast, oder ein Grab anlegen?

    • maybee sagt

      “Was würdest du machen, wenn ein Huhn stirbt? Würdest du es essen (als Suppenhuhn wirds wohl noch taugen), weil du es ja nicht getötet hast, oder ein Grab anlegen?”

      Das ist eine Frage, die mich jetzt die nächsten Tage rumtreiben wird. Danke! Mag das, wenn man neue Denkanreize bekommt ;) Sehr spannend.
      Bauchgefühl: Grab anlegen xD Gruselig den Spielgefährten meiner Kinder zu essen irgendwie :D
      *grübel*

    • Nikuscha sagt

      Ich bin zwar Nikuscha, aber tortzdem schön, dass Du an meiner Stelle geantwortet hast :D
      Ich fürchte nämlich, dass ich mich auch ein bisschen zu allgemein ausgedrückt habe… ich möchte nochmal bedachter an dieses Thema herangehen.

      @Rage: dein Beispiel mit der Frisörin bringt mich überhaupt nicht zum Lachen, denn das zeigt, dass viele Leute sich mit der B12-Problematik auseinandersetzen und das ist erstmal eine gute Sache.
      Wie gut deine Frisörin sich auskennt, weiß ich nicht und mich selbst will ich auch nicht als Expertin ausweisen (momentan versuche ich mir Fakten über B12 anzulesen, bevor ich mir eine eigene Meinung bilde.), aber ich nehme an, dass Haarausfall durch mehrere Faktoren ausgelöst werden kann und es wäre zumindest möglich, dass der Zusammenhang zwischen 1x die Woche Fleisch essen und Haarausfall nicht besteht.
      Aber der Punkt ist doch, dass keiner von uns behaupten kann, überhaupt keinen Mangel aufzuweisen. Jeder von uns ernährt sich anders und die Unterteilung in “Omnivor”, “Vegetarier” und “Veganer” (+ alle Zwischenstufen) sagt nur aus, was wir theoretisch essen, bzw. nicht essen. Omnivor ist nicht gleich Omnivor und Veganer ist nicht gleich Veganer. Es gibt Beispiele aus allen Extremschichten: Der Omnivor, der nur 1x die Woche Fleisch ist, oder einer, der morgens, mittags, abends Wurst, Steak und Rippchen zu sich nimmt. Es gibt den Veganer, der sich am liebsten von Hefeschmelz, Pommes, Cupcakes ernährt und seinen Tomaten-Gurke-Eisberg-Salat lobt. Ein anderer liebt möglicherweise Bohnen und Linsen, gibt Buchweizen den Vorzug vor Reis und achtet auf stets unterschiedliche Mahlzeiten mit einem großen Anteil an regionalem, saisonalem und biologisch angebautem Gemüse.

      Ich möchte damit sagen, dass Ernährung etwas sehr individuelles und intimes ist (vor allem bei der riesigen Auswahl, die wir hier haben) und die Gefahr besteht, dass man sich sehr schnell persönlich angegriffen fühlt, wenn man mit einer Behauptung/einem Fakt konfrontiert wird, die/den man noch nicht gehört oder bedacht hat. Viele versuchen auch einfach nur das Richtige zu tun und landen in einer Dogma-Falle. Unsere Großeltern waren sich auch sicher, das Richtige zu tun, oder aber hatten einfach keine Wahl und andere Probleme. Wir leben in einer Welt und Infromationsgesellschaft, die uns ermöglicht, aktiv zu werden, kritisch zu sein und uns zu informieren. Ich empfinde das als einen großen Vorteil und als große Chance, die jeder ergreifen könnte und sollte. Bisher hat keiner die Allheillösung gefunden und wir müssen doch zugeben, dass der Mensch ein sehr widerstandsfähiges Tier ist, das viele verschiedene Ernährungsformen gut abhaben kann. Denkt doch an diese Gegenüberstellung: B12 nicht zu supplementieren ist fahrlässig, aber zu süß und zu fettig zu essen kann genauso fahrlässig sein.

      Von meiner Seite war es natürlich falsch zu pauschalisieren und zu behaupten, Vegetarier müssten sich keine Sorge um B12 machen.
      Wenn wir etwas so notwendiges wie die alltägliche Ernährung hinterfragen, ecken wir zweifellos überall an. Und wie man in diesen Beiträgen lesen kann, überschneidet sich das Thema mit vielen wichtigen Punkten: Moral und Ethik, Gesundheit, Tierrechte und Tierschutz, Erziehung, Konsumkritik, Politik und Wirtschaft, Globalisierung… auch Minimalismus findet da seinen Platz.

  11. Pingback: Woche 19 – Unsere Netzhighlights | Apfelmädchen & sadfsh

  12. Martin sagt

    (Fleischesser)
    Nun ja, ich oute mich mal. Ich esse Fleisch. Sehr gerne sogar. Aber: Wir kaufen unser Rindfleisch direkt beim Bauern (Bio. KAG http://www.kag-freiland.ch). Huhn nur aus der Region von Freilandhünern.
    Ich kann aber gut auch eine Woche oder mehr ohne leben.
    Ich bin auch zur Überzeugung gelangt, dass es besser ist Lebensmittel aus der Region zu essen als Fleischersatz (z.B. Tofu) aus nicht ökologischer Produktion und Transport aus Asien (mit Schiffen die die Welt verpesten), aus unmenschlischer Produktion zu Hungerlöhnen in Fernost.
    Auch halte ich absolut nichts von fundamentalistischem Getue – leider tendiert der Veganismus zu dieser Haltung. Der Mensch ist seit Menschengedenken eine Canivore – mit Ausnahmen, die es immer gegeben hat. Aber eben Ausnahmen.

  13. Prot sagt

    Erst einmal Quelle ist Dr.Max Otto Bruker. Aber wie ich sehe war es wohl nicht passend die Antwort stark zu verkürzen! Nach lesen obwohl ich nun im Anschluss die komplette Sache hier rein schreibe!!! Ist es in seinem Buch “Ärztlicher Rat aus ganzheitlicher Sicht.” Und hier nun aus dieser Quelle der ganze Text, bevor die vereinfachte Form weitere Schelte unnötigerweise bringt.

    Der Bedarf an Vitamin B12 wird weder durch tierische noch pflanzliche Nahrung gedeckt, da beide kein Vitamin B12 enthalten. Fleisch an sich ist also kein B12 Lieferant.
    Vitamin B12 wird lediglich durch Kleinlebewesen( Bakterien, Pilze, Algen) erzeugt. Für den Menschen sind seine Darmbakterien Haupterzeuger. Eine gesunde Darmflora ist daher der beste B12 Produzent. Der Bedarf an Vitamin B12 ist sehr gering. Er beträgt etwa 1/2000000 Gramm oder alle 2 Millionen Tage 1 Gramm. Es wird in der Leber gespeichert, so das indirekt durch den Verzehr roher Tierleber Vitamin B12 zugeführt werden kann.
    So erklärt sich, das früher bei bestimmten Fällen von Blutarmut (perniziöse Anämie) rohe Leber als Heilmittel empfohlen wurde. Dies war auch für die Kranken damals ein Problem. Heute ist dies durch B12 Präparate einfach gelöst.
    Vegetarier, deren Kost einen bestimmten Frischkostanteil enthält, haben eine gute Darmflora, so daß deren Vitamin B12 Versorgung besser ist als beim Fleischesser. Dies ist auch daran zu erkennen, daß sie – anders als man oft hört – relativ hohe Werte des Haemoglobins (Blutfarbstoff) und der roten Blutkörperchen haben. (Quelle nochmals Dr. med. M.O. Bruker “Ärtzlicher Rat aus ganzheitlicher Sicht”)

    Statt einem von Wirtschaftsinteressen durchzogenen Internet, ist es sinniger sich eben mal mit Büchern zu befassen. Das meine ich.
    Des weiteren bitte ich hiermit alle hier vertretenden Verfechter einer anderen Aussage ebenfalls ihre Quellen zu benennen! Und das bitte aus sachlichen Quellen jenseits von Google oder Wikipedia. Danke.

    • Nikuscha sagt

      Vielen Dank für die Quellenangabe! Da ich selbst keine Ärztin bin und auch annehme, dass keiner in dieser Diskussionsrunde solches Wissen besitzt, sind Bücher und seriöse Quellen unsere besten Freunde :)
      Ich werde mich auf jeden Fall noch näher mit diesem Thema beschäftigen und freue mich über jeden Beitrag, egal ob für, oder gegen B 12-Supplemente.
      Der erste Blick ins Internet zu Brukers Lehre führt (natürlich) zu Wikipedia. Natürlich will diese Quelle nicht als seriös angeben, aber bereits auf Wikipedia steht etwas über die Bewertung von Brukers Lehre durch die moderne Medizin und Ernährungswissenschaft. Ich plädiere auch dafür, sich mit allen Meinungen auseinanderzusetzen, bevor wir uns sicher sein können, welche davon sicherer sind als andere.
      Ich kann jede vegan lebende Mutter verstehen, die vorbeugend Supplemente einnimmt (und einnehmen lässt), denn das Thema schein noch nicht so gut erforscht worden zu sein, dass wir garantiert wissen können, wie es darum steht.

  14. Hallöchen! Nach dem ich diesen Beitrag gelesen habe, habe ich mir sofort auch das Buch “Tiere essen” ausgeliehen und lese es jetzt mit dem Hintergedanken, wann wohl der “Schockmoment” kommt, der alle zum Vegetarier/Veganer mutieren lässt. Spannend, dass ein einziges Büchlein sowas hinkriegt. Hab die ersten 100 Seiten hinter mir und bis jetzt war es naja. “Naja” im Sinne von superöde und schmalzig. Aber mal sehen was da noch so kommt!

    Aber egal, das wollte ich gar nicht erzählen. Ich wollte erzählen, dass ich mich vor ein paar Wochen mit einem jungen Mann unterhalten habe, der mit seiner Frau + Kindern nach Schweden ausgewandert ist und sich dort auch Schafe hält. Er musste das Schlachten seiner Schafe erlernen, weil er aufgrund irgendeiner seltsamen schwedischen Regelung keine toten Tiere verschenken darf, damit die anderen sie schlachten (kA was da los ist/hab ich vergessen). Er hat es nie zuvor gemacht, weil er eigentlich Schreiner ist. Ein Nachbar hat ihm gezeigt wie es geht und was er zu tun hat. Und dann hat er es gemacht. Er sagte, dass das erste Mal ganz schön krass war und er hinterher ziemlich viel aufräumen und putzen musste. Jetzt geht es besser, aber in seinen Augen habe ich gesehen, dass es ihm schon ziemlich nahe geht. Ist vielleicht auch gut so.

    • @all: Da das Thema von solcher Relevanz ist und jeden von uns zu beschäftigen scheint, den einen mehr, den anderen weniger, hab ich mal eine kurze Rezension zum auslösenden Buch bei uns gepostet. Es geht in dem Buch gar nicht um B12. Das macht es allerdings nicht weniger interessant. Danke auch für eure Fairness.

      @Nikuscha: Danke für deinen Kommentar. Den letzten. Er spricht mir aus dem Herzen. Nach dem Verfassen der Rezension und auch nach deinen letzten Gedanken ist mir die Intimität von Essen nochmal vor Augen getreten. Vielleicht fühlen wir uns deshalb einfach sehr häufig “angegriffen” oder haben zumindest das Bedürfnis, unsere Art der Ernährung verteidigen zu müssen, weil sie sich eben unterscheidet? Zumindest stelle ich bei mir fest, dass Essen bei uns schon auch Ausdruck von Werten, Einstellungen und Sichtweisen ist. Werde ich beim Essen kritisiert, geht das an meinen Werten nicht gänzlich vorüber. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass eine Diskussion umgangen werden darf. Ich finde es daher sehr bereichernd, dass ihr euch die Zeit nehmt und eure Meinungen und Sichtweisen niederschreibt. Ich finde jeden Beitrag gerade sehr wertvoll und bin so dankbar, es thematisiert zu haben. Vielen Dank auch für eure Quellenangaben!

      @Martin: hihi. Hallo Fleischesser. Danke für deine in gewisser Weise konträre Sicht. Über die Sache mit der Ethik musste ich die letzten Stunden viel nachdenken. Und über die HerstellungsBedingungen von Tofu. Crap! Sry, aber die Alternative kann tatsächlich nicht sein, zwischen dem Quälen von Tieren oder Menschen entscheiden zu müssen, oder?!? Mist. Du hast Recht. Ich finde auch, es ist eine Sache der Ethik. Mir fehlen heute jedoch ganz oft Handlungskonsequenzen. Ethische Grundsätze, vor allem entsprechende Handlungen lassen sich schnell zur Seite wischen, wie ich finde. Findest du nicht?
      Bzgl. der Nostalgie. Ein Beispiel für das, was ich zum Ausdruck bringen wollte: Ich unterhalte mich mit einer Kindergartenmami, was man denn gut zum KindergeburtstagAbendessen machen könnte. SmallTalk. “Machste halt ein bisschen Würstchen. Schnell, einfach…” Fehlte eigentlich nur noch “…billig.” Ich finde einfach, dass wenn wir uns vergegenwärtigen, was eigentlich alles dazu gehört ein Tier zu schlachten, bzw. überhaupt eines solchen habthaft zu werden, deutlich wird, wie unfähig wir eigentlich geworden sind, was das selbstversorgen angeht. Entwicklung und Fortschritt hin oder her. (Ich würde mir sooooo gerne einen Mac selber bauen können. Oder ihn zumindest reparieren können…) Ich schätze es, dass es Förster und Jäger gibt. Gartenanbauer… Ich kann so vieles nicht. Unsere Überproduktion und ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln und NahrungsProdukten lässt uns das aber häufig aus dem Blick verlieren. Zumindest ging mir das so in den vergangenen Jahren und ich erlebe es häufig in unserem unmittelbaren Umfeld.

      @FrauDD: …Schnöde?? ;) Ja, ich habe drei Wochen gebraucht, um mal richtig loszulesen. Aber einmal mittendrin, wollte ich wissen, zu was für Schlussfolgerungen und Einsichten Herr Safran Foer gelangt. Bin gespannt, was du sagst. Und vielleicht als Rezension hinterlässt. Wenn das Buch es wert sein sollte. Viel Spaß noch!

      • Nikuscha sagt

        Liebe rage,
        schön, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzen wolltest und für die Diskussion diese Bühne geboten hast.
        Es ist, wie gesagt, ein sehr intimes und stark diskutiertes Thema, aber ich finde, dass es gerade deswegen so interessant ist. Wenn man sich mehr damit beschäftigen möchte, kann man viel aus so einer Runde mit verschiedenen Erfahrungen und Meinungen gewinnen. Wie wir uns am Ende selber entscheiden und welchen Weg wir gehen, bleibt uns selber überlassen. Ich persönlich bin sehr froh, dass es ein angenehmer Meinungsaustausch ist, bei dem niemand beleidigend wird.
        Konntest Du bereits Schlüsse für Dich ziehen, oder bist Du noch in der Anfangsphase? Du hattest ja geschrieben, dass bald ein Grillabend anstehe, bei dem Du aber keine Würstchen mehr servieren wollest. Ich frage mich, ob Du immer noch an diesem Entschluss festhälst.

  15. Artgerecht ist nur die Freiheit

    Ich hab letzte Woche auf You Tube an 2 Abenden PETA eingegeben. Und mich beschäftigt diese Organisation, wie sie arbeitet. Ich bin fasziniert, was sie erreicht mit Online-Petitionen. Zoo, Zirkus, Fleischfabriken, Tierhorder waren einige Themen. Am Samstag war ich dann auf ner superschönen Party. Da waren auch diese kleinen Frikadellen. Die sehr lecker waren. Ich war 3 Jahre Vegetarier. Auch in der Schwangerschaft und 9-monatigen Stillzeit. Damals hat mich Fleisch angeekelt. Ich bin erschrocken über die Massentierhaltung. Das will ich nicht mehr unterstützen mit meinem Geld. Das geht gar nicht! Großes Problem: Ich finde keinen Milchersatz für meinen Kaffee. Schwarz schmeckt er mir nicht. Vegan finde ich superschwierig. Da bräuchte ich ne Assistentin, die eine Woche bei mir lebt und mir alles zeigt. Das Buch werden ich auch lesen. Ich bleibe dran am Thema und werde auch weiterhin schwach bei Frikadellen. Ich will nicht weiter weg sehen. Eier kaufe ich mir schon mal nicht mehr. “Frei”landhuhn ist ein Witz. Federlos. Im Dreck. Krank. Stirbt vor sich hin. AAAAA!

    • Nina sagt

      Hi Tanja,

      wenn du keinen Milchersatz für deinen Kaffee findest – und ich nehme mal an, du hast Reismilch, Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch und Hirsemilch bereits versucht – dann schlage ich dir vor, mal gezielt 40 Tage Kaffee wegzulassen. Trinke stattdessen jeden Morgen einen grünen Smoothie aus Salat, Spinat, Banane und ein paar Beeren. Vielleicht möchtest du danach gar keinen Kaffee mehr trinken? Ist ja nicht so, als sei Kaffee explizit gesund und wichtig ;-)

      Wir sind übrigens auch eher eine “gerne Fleisch Familie”. Besonders Frikadellen mochte ich immer sehr. Aber zum Glück gibt es inzwischen ja alles in vegan. Die hier aus dem Edeka mögen hier alle: http://www.laubfresser.de/2012/12/vegane-schnitzel-frikadellen-edeka.html
      Rewe, Aldi, Bioladen, besonders HIT: Alle haben inzwischen ein mehr oder minder umfangreiches veganes Angebot. Verzicht war gestern, Genuß ist heute.

      Ich gehe jetzt nicht auf das Tofu – Vom – Anderen – Ende – der – Welt – Argument ein, mir ging es gerade nur darum, dass es auch leckere vegane Frikadellchen gibt.

      LOVE und PEACE. Nina

      PS. http://www.youtube.com/watch?v=JQdhGgOYQ40

  16. Prot sagt

    Als kleine Hilfe in Richtung vegan kann auch das Buch von Helma Danner “Die Naturküche – Vollwertkost ohne tierisches Eiweiß” dienen. Wobei hier schon außer Butter, Sahne, auf alle tierischen Produkte verzichtet wird. Die Rezepte sind schmackhaft. Und es ist vielleicht auch ein Kompromiss, der das probieren wert ist. Die Rezepte richten sich nach der Idee der “vitalstoffreichen Vollwertkost”.

    Kaffee, tja das ist so eine Sache mehr als 90% der Kaffeetrinker trinken ihn wegen des Koffein. Koffein birgt nun einmal eine Gewöhnung. Es blockiert denn Botenstoff Adenosin im Gehirn. Dieser ist eine Art Bremse damit unser “Kopf” in seinem Tempo läuft. Wird diese durch Koffein blockiert setzt sie aus. Und das Gefühl frischer und wacher zu sein setzt ein. Erstaunlich was wir Menschen so machen. Würden wir doch eher nicht auf die Idee kommen die Bremsanlage an einem Fahrzeug zu verändern um das Gefühl zu bekommen schneller voran zu kommen. (Quelle Stephen Braun “Der alltägliche Kick. vom Alkohol und Koffein.”)

  17. Ergebnis des halben Jahres mit Hafermilch im Kaffee war: Ist teuer und schmeckt nicht. Zwar hatte ich keine Unterleibsbeschwerden. Dafür: Trockene Augen. Die künstlichen Tränen äh Tropfen haben auch keine Besserung bewirkt. Sodass ich einfach wieder Milch getrunken hab. Weil ich die Kopfschmerzen wegen der trockenen Augen nicht mehr ertragen hab. Ja. Ich bewundere vegan wirklich. Wie ihr das durchhält. Oder es einfach zu euch passt. Auf Kaffee verzichten will ich nicht.

  18. Martin sagt

    Ich verstehe, wenn jemand kein Fleisch essen will, da dies ja tote Tiere sind.
    Aber wenn ich hier von den täglichen “Leiden” des veganischen Lebens lese, kann ich diese Lebensweise absolut nicht nachvollziehen. Was ist daran verwerflich, wenn ich das Ei esse, das die Henne sowieso jeden Tag legt? Was ist daran verwerflich, wenn ich die Milch trinke, welche die Kuh einige Monate nach der Geburt ihres Kalbes sowieso gibt? Was ist daran verwerflich, wenn ich die Wolle des Schafes nutze, dessen Haare immer nachwachsen? Darf man kein Leder nutzen? Die Tiere sterben sowieso. Man kann ja Leder aus bioproduktion nehmen. Sicher muss man auf artgerechte Tierhaltung achten. Dieser ethische Aspekt kann man aber heute mit hochwertigem Bio (oder bei uns auch KAG) halten. Sicher geht das nicht mit Billig-Lidl, Aldi usw. Aber man kann. Es geht.
    Ist es besser und nachhaltig, Kunstfasern aus Erdölderivaten zu gewinnen (einem Rohstoff der nicht nachwächst). Die Produktion der Schuhe, Jacken und Hosen in Fernost (unter widrigsten Bedingungen). Ist es besser, Gummiprodukte zu verwenden, deren Gewinnung auch nicht über alle Zweifel erhaben ist.
    Ist Baumwolle besser als Wolle? Baumwolle aus fast sklavenartiger Produktion? Ist es besser keinerlei tierische Produkte zu sich zu nehmen, dafür Ergänzungsnahrung aus chemischer Produktion mit allen ökologischen Problemfeldern?
    Bis heute konnte mich noch niemand wirklich¨überzeugen, dass vegang irgend einen Sinn ergibt. Es ist meines Erachtens v.a. ein Phänomen unserer reichen westlichen Welt.

    Seit vielen Jahren beobachte ich nun die Lessness-, Minimalismus- und Weniger-ist-mehr-Szene. Ich selber lebe diesen Gedanken schon sehr praktisch seit bald 10 Jahren. Was mir immer mehr auffällt ist die Gefahr in der ganzen Sucherei nach Sinn, Weniger, Reduktion, ethisch-moralilscher Essensweise usw. nicht zur Ruhe zu kommen. Die Ruhe und GELASSENHEIT die wir eigentlich anstreben vor lauter Ansprüchen ans Thema nicht zu finden.

    Deshalb mein Ruf in die Runde: Easy! Nehmt es gelassener! Lasst 5 auch mal gerade sein! Wir werden nie perfekt! Geniesst das Leben. Jetzt!

      • Nikuscha sagt

        Danke für diesen Artikel!
        Ich habe mich bis jetzt zwar noch nicht mit der Thamatik “Kind – vegan” auseinandergesetzt, aber ich finde es nett, dass bereits das Erste, was ich jetzt dazu lese, vermittelt, dass “das Problem nicht die vegane Ernährung an sich [ist], sondern der – bewusste oder unbewusste – Verzicht der Eltern auf zusätzliches Vitamin B 12.”
        Ich stimme Dir auch zu, dass man die Sache etwas gelassener nehmen sollte. Dieser Artikel handelt ja im Grunde von Eltern, die sich “durch nichts umstimmen [liessen]”.
        Mir ist aber auch bewusst, dass es gerade am Anfang, wenn man gerade erst auf die Thematik aufmerksam geworden ist, schwer ist, nicht überall das Schlechte zu sehen und sich nicht in der Angstspirale immer Abwärts zu bewegen.

  19. Dachte ich bisher auch, Martin. 2 % glückliche Biohoftiere und ihre Produkte stehen nur zur Verfügung. Da wird die Kuh umarmt, wenn sie gemolken wird. Sagt mein Biobauer vom Biohof paar Orte weiter. Das Kälbchen schreit trotzdem 1 Woche nach der Mutter, weil es direkt nach der ersten Biest-Milch von ihr getrennt wird. Die Kühe sind depressiv. Das weiß man seit Jahren. Easy ist gar nix. Vor allem in den Tierfabriken. Schau dir die Filme auf youtube an von PETA. Ein Tier ist da nix wert. Sie werden getreten, geschlagen, haben keine Bewegung. Viele werden lebendig geschlachtet. Konsequent wäre dann auch auf die Produkte zu verzichten. Die Kuh produziert nur Milch, wenn sie alle 9 Monate kalbt. Kalbfleischindustrie. Auch so ein schönes Thema. Das Huhn legt die Eiermenge wegen dem Permanentlicht. Das ist Tierquälerei.

    • Martin sagt

      Es gibt auch andere Höfe. Es gibt z.B. die Muttertierhaltung (bei uns in der Schweiz recht verbreitet).
      Eier kann man von Höfen kaufen, in denen die Tiere freien Auslauf haben (auf dem Frischmark vor Ort kaufen, nicht im Supermarkt). Je mehr das wünschen, desto mehr wird so produziert (Marktwirtschaft). Der Kundee hat vieles in der Hand. Konsequent kein Fleisch von Tierfabriken kaufen.
      Vielleicht haben wir es hier in der Schweiz ein bisschen einfacher, da die Tierschutz- und Haltungsvorschriften sehr viel strenger sind (auch bei Bio) als in der EU.
      Und es gibt noch eine Möglichkeit: Politischen Einfluss (Petitionen, Briefe an Abgeordnete, Demonstrationen). Nur wenn sich viele Konsumenten einsetzen passiert etwas.
      Wenn du aber gar keine Eier kaufst, passiert gar nichts. Dann bist du nämlich kein Kunde und für die Produzenten unwichtig. Wenn du aber Eier kaufst, aber konsequent von “glücklicheren” Hühnern, dann hast du Einfluss auf den Markt. Nur wer am Markt teilnimmt, hat Einfluss darauf. Ausser es würden alle auf Fleisch verzichten, dann würde keines mehr produziert. Aber so utopisch wirst wohl auch du nicht sein zu glauben dies sei irgendwie realistisch.

      • Nikuscha sagt

        Lieber Martin,
        ich fände es schade, wenn Du Dich jetzt aus der Diskussion verabschiedest und hoffe sehr, dass Du diesen Kommentar (und auch andere, die kommen könnten) liest, denn Du hast hier eine Schlussfolgerung in den Raum gestellt, die für dich bis zum Ende durchdacht zu sein scheint.

        Ich, als Teil dieses Publikums, habe den Eindruck, dass hier doch noch nicht das Ende ist. Ich verstehe Deine Argumentation sehr gut, aber mir fehlt folgendes:
        So wie es für Dich nicht realistisch erscheint, dass die Mehrheit aufhört, Tierprodukte zu essen, ist es in meinen Augen äußerst unrealistisch, dass wir für die Mehrheit ethisch vertretbare Tierprodukte produzieren können.
        Ich würde Dir auch gerne in der Behauptung widersprechen, dass eine nachlassende Nachfrage nach Tierprodukten keine Auswirkung auf deren Produktion hat. Ist es nicht so, dass die Nachfrage das Angebot schafft?

        Solltest Du doch wieder Interesse daran verspüren, Dich weiter mit diesem Thema auseinanderzusetzen, hoffe ich, dass Du zu dieser Diskussionsrunde zurückkommst))

  20. Martin sagt

    … und das war jetzt auch ganz bestimmt mein letzter Kommentar :-)

    Ich verabschiede mich von hier und anderen Blogs zum Thema.
    Denn reduziert leben soll für mich auch Distanz bedeuten, zu Blogs, Diskussionen usw. in der nicht-realen, sprich digitalen Welt. Aber ich will mehr und mehr nur analog leben – reduziert und minimalistisch. Das Netz hilft da wenig dabei.

    Also Tschüss zusammen.

  21. Prot sagt

    Ich kann Martin schon verstehen, im Bezug zur Distanz zu digitalen Welt. Ich bin selber immer wieder verwundert wie “vernetzt” Minimalisten sind. Da wird im echten Leben reduziert was nicht mehr gebraucht wird. Und es werden Ziele verwirklicht was dem einzelnen wichtig ist.
    Und gleichzeitig wird digital aufgerüstet, zu einem Blog gibt es dann eine ganze Reihe sozialer Medien? Dabei ist doch längst bekannt das diese die Aufmerksamkeit empfindlich stören. Und doch scheinen nur die wenigsten Minimalisten ohne Facebook, twitter e.t.c leben zu können oder sollte ich “überleben” sagen. Das ist schon fraglich. Wenn ich mich auf das wesentliche Konzentrieren will aber gleichzeitig an immer mehr Ablenkmanöver aufrüste. Diese sogenannten sozialen Medien bekommen dann die Zeit die ich an anderen Massenmedien einspare? Der Fernseher ist weg und Facebook kommt?

  22. Ich kann dich inzwischen auch verstehen @Martin. (Sofern du das hier überhaupt lesen wirst…) Hier sitzt gerade jemand neben mir, dem es nicht anders geht und der drauf und dran ist aufgrund dieses Bedürfnisses und aufgrund von Konsequenz und Authentizität seinen Blog einzustellen. Ich kann’s verstehen. Merke jedoch, dass für mich reduziert leben nur ein Teil von bewusst:er leben ist. Soll heißen: Ja, ich will reduzieren. Und ja, ich könnte, will und muss, um mir selber treu zu bleiben, auch meinen InternetKonsum und die SocialMediaTätigkeiten reduzieren. Das bedeutet für mich jedoch nicht die Distanz zu diesen Diskussionen. Ich merke, wie wertvoll sie für mich persönlich sind. Vielleicht bin ich da einfach noch nicht so weit wie du.
    Viele tolle Buchtitel, Geschehnisse, Freunde, auf die ich durch den Verzicht aufs Internet verzichten müsste. Dazu bin ich noch nicht bereit. Vielleicht,… vielleicht ändert sich das, wenn wir irgendwann einmal in einer Lebensgemeinschaft oder so was in der Art Leben teilen. Oder irgendetwas anderes passiert. Doch jetzt, jetzt tuen mir das Schreiben und eure Gedanken zum Thema sehr gut.
    Danke an euch alle nochmal für diese tolle Diskussion, die so unglaublich viele Gesichtspunkte des Themas offengelegt haben. Als ich meinen Artikel zu meiner Entscheidung geschrieben habe, hätte ich damit nicht gerechnet und freue mich einfach sehr. Ich habe noch ein paar Baustellen zum Thema. Aber gerade komme ich von einer SommerGrillParty und es war gut. Ja, es gab Fleisch. Ja, meine kleinen Kerle wollten unbedingt welches essen. Ja, ich mochte es nicht, habe es nicht gegessen. Ja, mein Mann scheint Vegetarier geworden zu sein. Dennoch gibt es da noch die Frage nach den eigenen Tieren. Was mache ich mit dem Huhn, dessen Zeit abgelaufen ist? Als Suppenhuhn in den Topf oder im Garten vergraben? B12 – check ich das jett jährlich bei allen Familienmitgliedern? Oder ist das nicht nötig, denn wir essen doch nur vegetarisch. Nicht vegan. Zumindest nicht die 100%. Und was wird mit der HochzeitsFete? Sollte ich außerdem Mitglied bei PETA werden? Ihr seht, ich bin mit dem Thema noch nicht durch…

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