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Entrümpeln (1). Ein Leitfaden.

Es ist der erste Montag im neuen Jahr. Welcher Tag bietet sich besser an, um mit dem Entrümpeln durchzustarten? Vielleicht der Tag nach dem Geburtstag oder der zweite bzw. dritte Weihnachtstag?!?

Fernsehauftritt

Am “dritten” Weihnachtstag letzten Jahres war ich jedenfalls im Fernseh und habe nicht entrümpelt. Diesmal bei daheim + unterwegs im WDR. Ich war unglaublich aufgeregt, denn bislang war das Fernseh bei uns. Diesmal eben umgekehrt. Diesmal nur ich, live, in Köln.

In der Maske:

“Jetzt gleich werden alle Ihren Auftritt mitverfolgen.”
Ich: “Nein.”
“Wie?”
Ich flüsternd: “Ich habe es niemandem erzählt. Außer meiner Freundin und den (Schwieger-)Eltern.”
Große Augen und schallendes Gelächter neben mir, von den anderen beiden Menschen in der Maske.

Ich habe nichts davon erzählt, weil es mir viel zu verrückt vorkam und ich mir auch keine Gedanken darüber machen wollte, dass mich jemand sehen könnte, der mich kennt. Mal abgesehen davon, habe ich erst zwei Tage vor Heilig Abend dem ganzen äußerlich und innerlich verbindlich zugestimmt. Ich brauchte selber erstmal Zeit, um das klar zu kriegen und mich darauf vorzubereiten.

Entrümpeln leicht gemacht

Die Reaktionen auf den Beitrag und die Gesprächssequenz mit beiden Moderatoren war äußerst positiv und viele von den Zuschauern und neuen Fans auf Facebook haben mich angeschrieben und gefragt, wie man denn jetzt damit anfängt? Wie geht das denn? Wo fange ich als erstes an? Wohin mit dem ganzen Kram, den ich loswerden möchte?

Vorweg

  1. Beim Entrümpeln und dem Weniger mehr Raum geben gibt es nicht die 0815-Lösung. Unsere Vorlieben sind sehr individuell. Prioritäten werden von jedem ganz unterschiedlich gesetzt. Dem einen ist Einfachheit das A und O, der andere mag sich nicht mehr schämen, wenn der Besuch von guten Freunden vor der Tür steht. Wir sind alle so verschieden und daher auch unsere Intentionen und Herangehensweisen. Dieser Leitfaden wird ein Versuch.
  2. Daraus sind wir schon bei der Frage, die sich ganz automatisch ergibt: Warum will ich denn entrümpeln? Was ist es denn, was mich so nervt? Das kann sehr unterschiedlich aussehen und sich auch verändern. Bei mir war da die Scham – dann das erleichterte Gefühl als Dinge weg waren und ich mich endlich nicht mehr kümmern musste – den Kopf frei hatte von den Dingen. Die daraus resultierende Freiheit und schließlich das Gefühl, dass mein Leben, mein Alltag wieder Raum ließ für Bedeutung haben mich lange angetrieben und wurden erst später durch den Nachhaltigkeitsfaktor ergänzt. … Dieses Thema werde ich an anderer Stelle nochmal aufgreifen und näher erläutern. Vielleicht brauchst du aber auch nur Platz für Neues? Oder ein Argument, mir endlich mal wieder was Schönes zu leisten? Das gibt es alles. Vielleicht will ich auch nur Ordnung? Oder ich will nicht mehr auf großem Fuß leben, sondern nachhaltig. Was ist eure Motivation? Kommt sie von innen oder von außen? Denn abhängig davon werdet ihr mehr oder weniger erfolgreich sein. Meine These hierzu.
  3. Nachhaltiges und langfristiges Entrümpeln ist harte Arbeit. Ich fand das nicht nur anstrengend, sondern so kräftezehrend, dass wir für uns damals schnell entschieden haben, nicht mehr einfach alles in unseren Haushalt reinzulassen. Eigentlich ist die Frage “Wohin denn mit dem ganzen Kram?” – genau die Frage, die den Großteil der Arbeit ausmacht. Es dauert. Es dauert und lässt sich nicht einfach alles auf einmal wegklicken. Wir befinden uns inzwischen im siebten Jahr des Entrümpelns. Diese Zeit, die wir dafür aufwenden mussten den Kram loszuwerden, möchte ich nicht noch einmal in das Entrümpeln bei uns Zuhause einfließen lassen. Seit knapp anderthalb Jahren (durch den Kauf eines vollmöblierten Hauses nochmal mit dem Entrümpeln konfrontiert) ist das nicht mehr in dem Maße notwendig, wie vor sieben Jahren.

Wie haben wir das gemacht?

Ich habe mich damals erstmal unseren beiden “Archiven” gewidmet. Was mir dabei durch den Kopf gegangen ist und welches Buch ich weiterhin außerordentlich empfehlenswert finde, könnt ihr hier nachlesen.

Nachdem der erste große Schub an Kram unsere Wohnung verlassen hatte, suchten wir weiter, denn wir waren auf den Geschmack gekommen. Es tat total gut, plötzlich mehr Raum und auch sowas wie einen Überblick zu erhalten, den wir irgendwann nach dem zweiten Umzug verloren hatten. Ich kann mich daran erinnern, dass unser damaliger Vermieter beim Einzug meinte, wir seien doch wirklich nur zu zweit? Hahahaha! Dann kam der Kleiderschrank dran. Einen Blick in meinen damaligen Kleiderschrank könnt ihr hier hineinwerfen. Heute ein kleines Regal mit vier Fächern. Das war’s.

Einige Zeit später hatte ich das Gefühl, dass es mal an der Reihe wäre, einen kleinen Rundgang durch unsere damalige Wohnung zu starten, um festzuhalten, wie sich denn nun unser Wohnen in Richtung einfacher, reduzierter und weniger verändert hatte. Angefangen habe ich damals mit der Küche, ihr könnt den Post bei Interesse hier nachlesen. Ansonsten bietet es sich an die Suchfunktion zu nutzen. Gebt “reduziertes Kinderzimmer” oder auch “… Bad” ein und ihr landet auf den jeweiligen Seiten mit einer Zusammenschau der entsprechenden Blogposts.

Das sind meine Anfänge in Sachen reduziertLeben, entrümpeln und dem Weniger in unserem Leben mehr Raum geben. Vielleicht ist für die ein oder den anderen was zu lesen dabei? Vielleicht wollt ihr aber auch einfach loslegen? Dann kommt jetzt der praktische Teil für diese Woche.

Entrümpeln in der Praxis

Am Ende eines jeden Beitrages werde ich euch 2-3 Aufgaben mitgeben. Und ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mir im Laufe der Woche eine Rückmeldung gebt, wie es klappt oder geklappt hat. Was waren AHA!-Momente? Wo seid ihr gar nicht weitergekommen? Was hat euch viel gebracht und weitergeholfen?

  1. Geht mal durch eure Wohnung oder euer Haus. Macht mal eine Bestandsaufnahme der Greuelecken. Vielleicht habt ihr das Smartphone dabei, dann könnt ihr gleich Bilder machen. Nun haltet die Ecken fest, die euch stören. Das kann der Stuhl mit den Klamotten im Kinderzimmer sein, die Ablage mit dem Papierkram im Wohnzimmerschrank, die Schublade in der Küche, das Schuhregal im Flur… Was daran stört euch eigentlich? Warum hättet ihr es gerne anders? Geht es um Ordnung und Unordnung? Ist es Scham vor dem nächsten Verwandtenbesuch? Hast du deinen rechten Lieblingshandschuh immer noch nicht wieder gefunden? Was stimmt da nicht? Schreib es doch einfach mal auf.
  2. Mir hat es damals gut getan in Ecken anzufangen zu entrümpeln, in denen die Veränderung unmittelbar erkennbar ist. Es war plötzlich viel Platz im Arbeitszimmer als Babywippe Nr.1 und 2 weg waren. Auch mein Kleiderschrank war schnell übersichtlicher, wenngleich ich das bewusst in mehreren Schritten hinter mich gebracht habe.
  3. Nutzt die Energie, die durch den Wunsch nach Entrümpeln da ist, aber stresst euch nicht. Ihr habt jahrelang geasmmelt und aufbewahrt. Es ist unrealistisch zu erwarten, dass das Zuviel in einer oder fünf Wochen komplett beseitigt ist. In der Ruhe liegt die Kraft.

So. Ich bin gespannt, wie es euch ergeht. Meldet euch und gebt mir gerne – sehr gerne! – Feedback, wo ihr gerade steht. Nächste Woche geht es am Montag weiter.

Ach so, und das Sahnehäubchen diese Woche: Am Donnerstag, den 05.01.2017 um 20Uhr wird es ein Webinar von Apfelmädchen und sadfsh geben. Ebenfalls zwei sehr sympathische Menschen, die als Minimalisten vegan unterwegs sind und die Welt ein bisschen freundlicher, gründer nachhaltiger und achtsamer verändern wollen. Hier der Link zur Veranstaltung bei facebook. Vielleicht sehen wir uns.

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