Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gesellschaft

Mein Selbstbewusstsein 01

Lass sie reden und lerne fliegen. Mein Selbstbewusstsein

Die vergangenen fünf Jahre habe ich viel über mich, über uns als Paar und uns als Familie gelernt. Über mich als Mutter, als Frau, als Mensch… Es sind so viele Dinge in unserem Leben passiert, zu denen jede*r etwas zu sagen hatte, wenn er gekonnt hätte. Ich musste mir viel Selbstbewusstsein erarbeiten, um mich für die Dinge zu entscheiden, die für uns als Familie wichtig sind, wegzuhören und reden zu lassen. Gar nicht so leicht, wenn es echt und von Dauer sein sollte. Ihr kennt das vermutlich. Lass sie reden – dazu gehört Selbstbewusstsein Natürlich gab es Momente, in denen ich genau wusste, der andere würde es anders machen und ich dadurch sehr verunsichert war. Aber soll nicht ich entscheiden?! Dann mache ich es auf meine Weise. Das Stillen, das Zufüttern, das Schlafen, das “Erziehen”, das Impfen, das Einkaufen, das Einrichten des Kinderzimmers, das Tragen im Tragetuch, das Insbettbringen, das Streiten, das Übergeben in eine Betreuungseinrichtung oder auch das Einfordern oder eben Nicht-Einfordern von Hausaufgaben und anderer Leistungsnachweise. Das ist mein Resümee. Ein Resümee, das …

Vereinbarkeit von Familieplanung und Beruf

Ja, heute geht es tatsächlich mal nicht um den “bösen” Zucker und auch nicht um die wachsende Anzahl meiner Deutschschüler. In unserem Alltag erlebe ich gerade immer wieder tiefste Trauer und größte Freude gleichzeitig. Manchmal frage ich mich, wie wir Menschen das eigentlich asuhalten? Aber es ist wie es ist. In solchen Momenten kommt es ab und an vor, dass wir uns urplötzlich in existenziellen uns betreffenden Gesprächen wiederfinden – mein Mann und ich. Ich liebe das und bin sehr dankbar dafür mit einem solchen Partner durchs Leben zu gehen. Heute ging es um Familienplanung. Weitere Kinder. Baustelle. Wir leben, was das betrifft weitestegehend aus Gottes Hand. So formulieren wir das für uns. Es hat ein bisschen was von der Aussage, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Ein bisschen. Nach unserem letzten Kind kann ich mir sehr gut vorstellen, dass da auch noch ein nächstes kommt. Ich weiß, wir werden versorgt sein. Ich weiß, die Kerle werden es genießen nochmal ältere Brüder zu werden. Diese Gewissheit reicht jedoch nicht aus. Was weiterhin unbedingt erforderlich …

Lesestoff: Nachrichten aus der Tonne von Britta Böger und Stefanie Saghri

Vor ein paar Tagen habe ich bei Frau DingDong einen BlogPost gelesen, in dem sie auf dieses Bilderbuch hinweist. Allein den Titel fand ich so interessant, dass ich ihren Link zum UmweltBundesamt angeklickt habe und aus dem Staunen nicht mehr raus kam. Dort hat es schon in der Vergangenheit Kinderbücher, Publikationen und Fachbücher gegeben, die völlig kostenlos bestellbar waren. Leider sind die älteren Kinderbücher bis auf das aktuelle Buch momentan vergriffen. Sind sie jedoch genauso gut und hochwertig, wie die “Nachrichten aus der Tonne”, würde sich eine erneute Auflage mit Sicherheit sehr lohnen. (Wink mit dem Zaunpfahl) Ich habe mir das Buch prompt dreimal bestellt, weil mich die Zeichnungen auf dem Cover, die Thematik und das positive Feedback von Frau DingDong zum Buch überzeugt haben. Keine Woche später überreicht mir der Postmann am Mittwoch ein Paket mit drei Bilderbüchern und in weniger als einer halben Stunde hatte ich es durchgelesen. Nicht, weil so wenig drinstände. Nein, ganz und gar nicht. Die Müllproblematik ist kess-frech, fachlich-untermauert und gestalterisch-kreativ zusammengestellt. Vielen Dank Britta Böger und Stefanie Saghri. Vier Dinge sind mir mindestens hängengeblieben: …

Ein kostenloses Mittagessen

zu verschenken! Einmal die Woche. Bei uns Zuhause. Vor zwei Wochen kam mir diese Idee nach langer Zeit mal wieder in den Sinn. Mein Mann und ich hatten vor einigen Jahren die Vision einmal die Woche unsere Türen ganz bewusst so weit zu öffnen, dass jeder, der gerade Zeit und Lust hat, zum gemeinsamen Abendessen eingeladen war und hereinspazieren konnte. Die Vision oder ich bezeichne es mal als Experiment scheiterte, da wir eben nicht in einer Stadt wohnen, sondern auf dem Land. Auf dem Land bedeutet: Hier kommt nicht oft jemand an der WohnungsTür vorbei. Damals wohnten wir sogar noch ein wenig versteckter. Wer geht schon zwischen 18 und 20 durch die Nebenstraßen eines Dorfes? Die Idee verkroch sich wieder und wir hatten jede Menge neuer Projekte und Experimente, die sich im Alltag ergaben. In den letzten Wochen dachte ich viel über die Europawahl nach, über Nachhaltigkeit, über Postwachstumsökonomie, über gesellschaftliche Teilhabe, politisches Engagement, Gegenpole, bewusstes Leben, LebensSinn im FamilienAlltag, Greenpeace, mein Umfeld, die Menschen, denen ich auf meinen Wegen immer wieder begegne, Einigkeit und Zwietracht. All das spielt täglich …

Muttertag

Seit etwa zwei Wochen frage ich mich, was ich von diesem Tag halten soll? Überall, in den Geschäften, Zeitschriften und im Internet wird dieser Tag wie Valentinstag, Ostern, Weihnachten oder Sankt Martin in Aussicht gestellt. In Zeitschriften gibt es jedes Jahr neu “die schönsten MuttertagsIdeen”. Im Kindergarten und in der Schule wird fleißig gebastelt und gewerkelt, um Mama eine Freude zu machen. Bilder werden gemalt, Blumen und Pralinen gekauft bzw. verkauft, Kekse gebacken, Karten geschrieben, Mütter mit der gesamten Familie ausgeführt oder aber allein ins Wellness und SPA geschickt. “Entspann mal.” – “Tu dir mal was Gutes.” – “…” Ich weiß einfach nicht, ob ich das toll finde oder nicht. Und dann zur Krönung landet auf meinem Bildschirm eine Seite, auf der mal “Klartext” gesprochen wird. Was Mütter sich wirklich wünschen… (Am Muttertag, versteht sich!) Was war das denn noch gleich? Ach ja, einmal in Ruhe aufessen oder einen ganzen Tag eine saubere Bluse tragen können. Einmal im Jahr mal weder Frühstückstisch decken noch abräumen müssen und den Tatort von Anfang bis Ende ungestört sehen können? …

Sandmann, Katz und Maus und der liebe Kapitalismus… oder …

Vor ein paar Tagen habe ich mich (mal wieder) dem BücherSchrank der Kerle gewidmet. Alles muss raus, war die Devise. Lange hat sie nicht gedauert, denn irgendwann kam der Gedanke: “Ach, vielleicht lesen wir das ja nochmal. Oder: “Ach! Das Buch haben wir auch? Könnten wir ja nochmal anschauen.” … und so weiter und sofort. Das läuft jedes Mal sehr ähnlich ab und ich schaffe es mit Glück mich von zwei, drei Büchern zu trennen. Dann liegt der Stapel allerdings noch zwei Tage im Flur und wenn einer der Kleinen den dann sieht, wird direkt “Nur eins, Mama.” mit in die Bude genommen. So ist das bei uns. Dabei habe ich das letzte Mal ein dickes MärchenBuch entdeckt, dass ich mir mal irgendwann bei meinen Eltern ausgeliehen habe. Das Tolle: Es sind ganz andere Märchen, als ich sie bislang kenne. Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersen, das sind die Namen, die ich mit gängiger MärchenLiteratur verbinde. Bei diesen Märchen steht in der Regel nur, ob sie aus Deutschland, Österreich, Bulgarien oder Finnland kommen. In der …