Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erziehung

BrüllFalle. Reloaded.

Könnt ihr euch daran erinnern? An die damaligen Posts zum Thema und meine TwitterHilfeschreie? Nicht zu vergessen den erstaunlichen Artikel zum Thema, der sich in einem OnlineMagazin ein paar wenige Wochen später wiederfand? Eine Zusammenschau meiner Gedanken und all eurer wertvollen Kommentare. Wenn nicht, dann bitte hier entlang. Der Rest nehme bitte Platz und mache es sich in meinem roten CyberOhrenbackensessel bequem. Aber nur für kurze Zeit, denn: Es ist wieder soweit. Wir sind am Wochenende in der Tat wieder in die BrüllFalle hineingetappt. Und zwar so richtig. Und davor bestimmt auch so einige Male… Diesmal aber in großer Klarheit. Wir wussten diesmal was gerade passierte. Waren uns der Gründe und dem inneren Vorgehen bewusst. Das Ventil allein hatten wir übersehen und ein Schwall lauter Wörter brach aus uns heraus, ehe wir aus der Situation aussteigen konnten. Zuvor bei mir, dann bei ihm. Diesmal war es den Kerlen fast egal, da sie viel mehr damit beschäftigt waren, ihre eigenen Kämpfe miteinander auszutragen. Der Große befindet sich in seiner vorgezogenen Pubertät. Der Kleine will wissen, wie weit er gehen …

Angstbewältigung mit Kindern

Ich weiß nicht, wie es euch beim “Kinder haben” so ergeht. Ich hoffe die meiste Zeit sehr gut! Denn neben den wunderbaren Momenten, dem ersten Lächeln, Greifen oder auch den ersten Monologen gibt es auch immer die Augenblicke, auf die Eltern gut und gerne verzichten können wollten und würden. Sei es nun 40°Grad Fieber oder die über den Kopf gezogene Schaufel im Kindergarten oder auch das “Gedisse” in der Schule. Alles bedeutet als Eltern bedacht einzuschreiten, zu begleiten – je nachdem, was die Situation erfordert. Doch nicht nur das. Wir handeln oder nicht-handeln nicht nur. Häufig ist der Aktion ein Gefühl vorangestellt. Manchmal bemerken wir gar nicht, was es ist, was uns da handeln lässt. Manchmal bekommen wir gar nicht mit, welche Emotion aus der Vergangenheit da hoch kommt und uns dies oder das als Lösungsidee dem Kind vorschlagen lässt. Vor allem im schulischen Bereich bemerke ich, wie sehr ich mein Handeln und Reagieren bedenke und auch bedenken muss, um meinen Kindern den Raum für eigene, neue und vor allem auch andere Erfahrungen zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz …

EisdielenMomente

“Wie konnte ich mich bloß darauf einlassen?” Ich sitze auf meinem Stuhl an einem viereckigen Tisch. Der Himmel strahlt in seinem leuchtendsten Blau und die Sonne wärmt mit ihren spätnachmittäglichen Strahlen das Pflaster. Ein paar freche Spatzen hüpfen zwischen den Stühlen umher, auf der Suche nach übrig gebliebenen EiswaffelKrümmeln kleiner Kinder mit großer Eistüte. Die Idylle trügt. Meine beiden Kerle sitzen mit am Tisch. Na ja, nicht ganz. Der eine klettert gerade auf den Stuhl, um sich mit einem Knie mitten auf dem Tisch abzustützen und nach der Eiskarte zu angeln. Der kleinere Kerl hängt mit einem Bein in der Luft auf der Armlehne seines Stuhls und hat die frechen Spatzen entdeckt, wie sie zwischen den Stuhlbeinen keckernd herumhüpfen. Am Grinsen in seinem kleinen runden, fröhlichen Gesicht, weiß ich, was er bestrebt ist zu tun. Hargh! Aber da ist ja dieser eine Artikel in Arbeit. Der mit den NotfallSurvivalIdeen. Der, für den die ersten Beiträge in mein elektronisches Postfach hereintrudeln. Der, für den die anderen tollen Mütter berichten. Mein bisheriger Eindruck – nach Sichtung und …

Meine NotfallSurvivalIdee(n)

Es ist 19.00Uhr. Eigentlich sind wir gut in der Zeit. Doch dann müssen noch die Zähne geputzt werden. “Zähne putzen kommen.” Keine Reaktion. Dann kommt der Große und wirft sich übers Klo. “Nicht schon wieder Zähne putzen…” Wie eine Katze sich normalerweise auf dem Boden räkelt, um warme Sonnenstrahlen zu genießen, schmeißt sich mein ältester Sohn auf den dazu viel zu kleinen Klodeckel. Ich stehe da, ziehe die Stirn kraus und frage mich, was da schief gelaufen ist? Doch bevor ich zu einer Erklärung finde, erscheint mein anderer Kerl und meint: “Iss wille nis Zähne putzen.” Ich reiße mich zusammen und entscheide enthusiastisch: “Wir putzen jetzt schnell die Zähne und dann gibt es noch eine Kissenschlacht.” Die Augen der beiden strahlen auf, doch beim Anblick der Zahnbürsten erlischt das Leuchten in Hundertstelsekunden. Was sich dann peu a peu aufschaukelt, werde ich hier nicht weiter erwähnen. Die Kerle liegen im Bett und es ist 20:21Uhr. So läuft das hier. Manchmal. Ähnliches erlebe ich mit Strumpfhosen, die unbedingt bei -8°Grad oder aber 32°Grad angezogen werden müssen. Oder auch wenn das …

Die BrüllFalle. Teil3

Vor ein paar Wochen bin ich in diese BrüllFalle hineingetappt und reflektiere seitdem fortwährend, zumindest gefühlt, mein Verhalten gegenüber meinen Kindern. Nicht, dass ich nicht auch vorher schon mal lauter geworden bin. Bin ich. Absolut. Nicht, dass ich nicht auch schon vorher immer mal wieder über mein eigenes Verhalten nachgedacht hätte. Aber diese Situation, die ich hier als BrüllFalle bezeichne, hatte auch ganz viel von Hilflosigkeit und gefühlter Handlungsunfähigkeit. Ich wusste keinen Ausweg und bin so unkontrolliert laut geworden, dass ich mich vor mir selber ein wenig erschrocken habe. Wie muss es damit meinen Kindern ergangen sein? Sie schienen recht gut damit umgehen zu können. Doch was für Früchte würde mein aktuelles Verhalten, meine aktuelle pädagogische Unfähigkeit in der Zukunft mit sich bringen? Dass ich nun mein Verhalten und Handeln sehr genau in Augenschein nehme, heißt leider noch lange nicht, dass ich mich auch fortwährend vorbildlich, geschweige denn perfekt verhalte. Das würde ich manchmal gerne, genauso wie ich wünschte, keine Fehler zu machen. Doch nehmen wir mal an, ich würde keine Fehler machen, wie könnte Weiterentwicklung stattfinden? …

Die BrüllFalle. Teil2

Inzwischen sind wir zu mehreren in unserem Haushalt. Und wenn ich schreibe, dass es sich bei unserem Haushalt, um einen KulturHaushalt handelt, dann meine ich das auch so. Aus tiefster Seele. Morgens Zirkus und abends Theater. Aktuell fast jeden Tag. Ganz umsonst. Na ja, nicht ganz, meine Nerven schwinden schon ab und an, werden zumindest reichlich überstrapaziert und abgenutzt. Daran dass ich eine Über:Mama sein soll, kann es eigentlich nicht liegen. Wie im Teil1 beschriebene Situationen herrschen hier momentan regelmäßig. Leider kann ich noch nicht einmal sagen, woher dieser Umstand rührt. Vielleicht an unserem Zuwachs? Vielleicht an sowas wie einer vorgezogenen Pubertät? Ich könnte jetzt sagen, dass eines meiner Kinder vielleicht auch seine Grenzen testen möchte. Aber will es das wirklich? Will es vielleicht einfach nur sein und ich habe einfach einen falschen Blick auf das alles? In meiner Not habe ich folgendes vor ein paar Tagen gewittert: So. Wer kann mir ein Jesper Juul #Buch empfehlen? Und am besten gleich sagen, wie das ohne “Wenn…dann” funktionieren soll? 1/2 — rage (@mamadenkt) 6. März 2015 …

Die BrüllFalle. Teil1

Habt ihr schon mal von ihr gehört? Ich bis vergangenes Wochenende nicht. Aber, ich kenne das hier und damit vermutlich auch die BrüllFalle: “Justus halt. Hör bitte auf durch die Wohnung zu rasen. Du fällst und knallst mit dem Kopf gegen die Fliesen.” Das Kind rast weiter durch die drei Zimmer. Einmal quer durchs Wohnzimmer, in die Verlängerung durchs Esszimmer bis in die Küche, wo die Spülmaschine mit weit geöffnetem RiesenMaul, ich meine geöffneter Tür steht. Ein kleiner Sprung und zack! das Kind sitzt im Spülraum. Mit leicht erhobener Stimme: “Justus. Hör bitte auf so wild durch die Wohnung zu laufen. Du sollst dir deinen Schlafanzug suchen. Ich helf dir auch beim Anziehen.” Doch: Keinerlei Reaktion. Das Kind macht kehrt, rennt den Weg zurück, stolpert und schliddert quer über den Laminat des Wohnzimmers, wild kreischend und vor Freude gackernd. Tiefes Durchatmen und schnelles Durchdenken, was kann ich als Strafe androhen? Keine Süssigkeiten mehr? Kein Kuscheln beim KassetteHören? Kein Fernseh? Kein iPad?… Was denn bloß? Das Kind kommt erneut in die Küche gerannt. Ähnlich schnell, ähnlich …

Kinder und Minimalismus.

Es geht mir gerade gar nicht um das überfüllte oder leere Kinderzimmer. Das ist lediglich eine Konsequenz. Ich beschäftige mich gerade allerdings vermehrt mit diesen HabenWollenSituationen. Kinder sind eines der größten Geschenke, die wir im Leben bekommen können. Der in diesen kleinen Menschen liegende Reichtum ist alles andere als reduziert geschweige denn minimalistisch. Vielleicht mag das auch irgendwie damit im Zusammenhang stehen, dass ein “reduziertes” Leben mit Kindern kaum möglich oder sagen wir, schwierig ist. Kinder haben Träume, sie haben Wünsche. Außerdem haben sie ziemlich schnell raus, wie der Hase läuft. Sie gucken sich ihr Verhalten ab und erleben Sozialisation durch ihre Umwelt. Ich bin schon häufiger gefragt worden, wie das denn mit Kindern, Spielzeug und Minimalismus gehen kann? Bislang hatte ich Glück, dass meine Kerle vielleicht doch noch ein wenig zu klein dafür waren, alles haben zu wollen. Denke ich zur Zeit. Es gab und gibt aktuell wenig Berührungspunkte mit der auf Kinder zugeschnittenen Werbung. Keine WerbeBlättchen im Briefkasten. Keine SpielzeugKataloge, weil wir dafür bislang zu selten im Spielzeuggeschäft waren. Keine Werbesendungen, weil keinen Fernseher. Doch so langsam kriegen sie über …

Geliebt schlau wichtig MamaDenkt 01

Du bist geliebt. Du bist schlau. Du bist wichtig.

Nachdem oder noch während ich im Sommer Kathryn Stocketts Buch “Gute Geister” gelesen habe, war ich sehr gerührt und denke noch mehr als zuvor darüber nach, wie ich meinen Kindern zeigen und sagen kann, dass sie wertvolle Geschöpfe sind, die allen Grund dazu haben, sich zu starken, kleinen, geliebten Persönlichkeiten zu entwickeln. Geliebt, schlau und wichtig.

Mit Montessori in die Ferien

Wenn ich bislang Mütter habe davon reden hören, wie froh sie seien, dass die Ferien endlich, endlich rum sind, hat mir das immer einen Stich versetzt. Ich fand es unglaublich schade, weil es sich jedes Mal so anhörte, als wenn es Eltern gibt, die in dieser schul- und kindergartenfreien Zeit nicht wissen, was sie mit ihren Kindern anfangen sollen? Wie sie die Arbeit organisieren, welchen Babysitter (Oma, Tante oder Nachbarin…) sie für vormittags anfragen können? Nicht selten sieht man an den Gesichtern die Erschöpfung und Anstrengung über diese FerienWochen. Auch und besonders bei Eltern, die sich so organisieren, dass einer zu 120% den Haushalt und das Prozedere Zuhause schmeißt, während der andere in der Arbeitswelt hantiert. Manchmal habe ich mich gefragt, wie viele meiner Vermutungen tatsächlich zutreffen? Und wieviel ich den Müttern und Vätern “unterstelle”. Allerdings geht es in diesem Artikel nicht in erster Linie um dieses SchubladenDenken, in das wir schnell verfallen können. Mir geht es um eine Entdeckung für diesen Alltag, egal ob für die Ferien oder die ferienfreie Zeit. Ich habe nämlich …